
Während der zwei Tage wurden den Teilnehmer*innen Kompetenzen und Handlungsalternativen aus fünf Themenbereichen der Gewaltprävention vermittelt. Dabei ging es zum Beispiel um Zivilcourage. Wie verhalte ich mich, wenn ich Opfer von Gewalt werde? Aber auch: Was ist überhaupt sinnvolles Verhalten als Helfende*r?
Neben der Arbeit mit einem Handbuch und Gesprächen im Stuhlkreis gab es auch viele praktische Übungen. So bekam die Gruppe die Aufgabe, zusammen auf so wenig Stühlen wie möglich zu stehen, ohne dass jemand absteigen musste. Am Ende fanden alle Teilnehmenden auf zehn Stühlen und damit auf einer Nettofläche von zwei Quadratmetern Platz. Dabei bewiesen sie Zusammenhalt, Kommunikationsstärke und Teamarbeit, haben aber auch die Grenzen ihrer Wohlfühlzone ausgetestet – Erfahrungen, die sie in den kommenden Monaten an ihren Schulen an die Kinder und Jugendlichen weitergeben können.
Veranstalter der zweitägigen Fortbildung für eine „Schule ohne Gewalt“ war der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) in Zusammenarbeit mit der Dominik-Brunner-Stiftung. Die Polizeibeamten Ralph Kappelmeier und Michael Neumaier, Teil des Präventionsteams „pack ma's“, leiteten das Seminar und erarbeiteten mit den 23 Teilnehmer*innen Strategien für die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen an den jeweiligen Schulen.
Das Projekt „pack ma’s – für eine Schule ohne Gewalt“
Das Projekt „pack ma's – für eine Schule ohne Gewalt“ entstand ursprünglich aus Präventionskonzepten des Polizeipräsidiums München. Es richtet sich an Lehrkräfte und Sozialpädagog*innen, die mit Kindern und Jugendlichen im Alter von elf bis 18 Jahren arbeiten. Im Gegensatz zur herkömmlichen Polizeiarbeit an Schulen ist das Ziel von „pack ma’s“, Lehrkräfte zu schulen, damit diese die Konzepte an ihren Schulen selbstständig umsetzen können. „Prävention braucht Zeit“, erklärte Kriminalhauptkommissar Ralph Kappelmeier bei seinem Besuch am bfz-Standort in Rosenheim. Er hat das Projekt mit entwickelt und ist nun in seiner Freizeit als freiberuflicher Seminarleiter tätig: Die Vermittlung der Inhalte dauere zehn Unterrichtseinheiten – in zwei oder drei Schulstunden könne man als Externer nicht viel bewirken. Daher das Konzept der Multiplikatorenschulung – so können die Lehrkräfte und Sozialpädagog*innen die erlernten Kompetenzen mit den Kindern und Jugendlichen an der eigenen Schule umsetzen und auch auf die Einhaltung der getroffenen Vereinbarungen im Alltag achten.