
Im Februar traf sich eine Gruppe von 15 Frauen dienstags und mittwochs in den Räumlichkeiten des bfz am Albrecht-Dürer-Platz zu einem intensiven Gruppen- Coaching. Das Projekt, eine Kooperation zwischen der bfz Schweinfurt und dem Interkulturellen Begegnungszentrum für Frauen (IBF) e.V., richtete sich an Frauen mit Migrationshintergrund. Die Teilnehmerinnen stammten aus der Ukraine, Syrien, Somalia und Albanien. Ziel des Kurses war es, die berufliche Integration der Frauen zu unterstützen und ihnen zu helfen, den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.
Das Coaching bot den Frauen eine praxisorientierte Einführung in die EDV sowie Übungen zur Erstellung von Lebensläufen und Bewerbungsanschreiben. Einige der Teilnehmerinnen hatten zuvor noch nie einen Computer benutzt, konnten aber schnell Fortschritte machen und ihre Bewerbungsunterlagen selbstständig erstellen. Jede Frau wurde individuell betreut, ihre bisherigen beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen wurden erfasst und mit den Anforderungen des regionalen Arbeitsmarktes abgeglichen. So konnten maßgeschneiderte Berufsprofile entwickelt werden.
Eine zusätzliche Komponente des Coachings war das Üben von Vorstellungsgesprächen. Die Teilnehmerinnen hatten die Möglichkeit, in simulierten Bewerbungsgesprächen ihre Antworten auf typische Fragen zu üben. Dabei spielte auch die Körpersprache eine entscheidende Rolle, da diese oft einen großen Einfluss auf den Erfolg eines Vorstellungsgesprächs hat. Einige Frauen erzielten erste Erfolge: Eine Teilnehmerin bewarb sich mit ihrem neu erstellten Lebenslauf und wurde zu einer Probearbeit eingeladen, während eine andere Teilnehmerin ein Vorstellungsgespräch nach einer Online-Bewerbung erhalten hat.
Das Coaching endete mit einer besonderen Einladung der Firma Semcoglas Glastechnik GmbH, die die Teilnehmerinnen zu einer Betriebsbesichtigung einlud. In einer zweistündigen Führung durch die neuen Produktionshallen wurden den Frauen innovative Anlagen und die verschiedenen Produktionsprozesse nähergebracht. Der Personalchef der Firma, Robert Berger betonte, wie wichtig es sei, dass die Tätigkeiten in der Produktion für Frauen geeignet sind und dass diese ihre Aufgaben mit Freude erfüllen.
In der abschließenden Feedbackrunde betonten die Teilnehmerinnen, dass sie viele Gemeinsamkeiten, unabhängig von ihrer kulturellen Herkunft, festgestellt haben. Die größte Herausforderung sei oft die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Besonders für Migrantinnen stelle die Sprachbarriere eine zusätzliche Schwierigkeit dar. Doch trotz dieser Herausforderungen gaben die Frauen an, dass sie durch das Coaching gut auf den Bewerbungsprozess vorbereitet seien und nun eine klare Vorstellung davon hätten, in welche berufliche Richtung sie gehen möchten.
Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie der Europäischen Union im Rahmen des Programms MY TURN gefördert und zeigt auf, wie gezielte Unterstützung die Integration von Frauen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt erfolgreich fördern kann.