
Projekt My Turn – Neue Perspektiven
Das Projekt „My Turn – Neue Perspektiven“ richtet sich an arbeitslose, arbeitssuchende oder geringfügig beschäftigte Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und eigener Migrationserfahrung. Ziel ist es, diese Frauen durch individuelles Coaching, Qualifizierung, Praktika und andere Angebote zu unterstützen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei wird die individuelle Situation jeder Teilnehmerin, wie zum Beispiel Kinderbetreuung und Arbeitszeiten, besonders berücksichtigt. Die Teilnahmedauer beträgt in der Regel sechs Monate, ein fortlaufender Eintritt in das Projekt ist möglich. Neben Bewerbungstraining und Deutschunterricht bietet das Projekt auch wöchentliche Gruppen- und Einzelcoachings für aktuell elf Teilnehmerinnen an.
Darunter sind auch Frau Stetsenko und Frau Kyslukhina. Gemeinsam mit der ehemaligen Teilnehmerin Frau Rebrova bereiteten sie den Schnupperkurs vor und gaben den interessierten Besucher*innen einen Einblick in die ukrainische Sprache und Kultur. „Die Idee für den Schnupper-Sprachkurs kam von den Teilnehmerinnen selbst“, so Serap Özalp, Projektmitarbeiterin „My Turn“ der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz). „Innerhalb des Projekts konnten wir unsere Deutschkenntnisse in kurzer Zeit so gut verbessern, da kamen wir auf die Idee, auch etwas zurückzugeben und über unser Land und unsere Sprache zu erzählen“, ergänzt Frau Kyslukhina, Teilnehmerin im Projekt „My Turn“.
Ablauf des Schnupperkurses
Zu Beginn des Mini-Sprachkurses gaben die Ukrainerinnen mit einer kurzen Hörprobe einen Einblick in die ukrainische Sprache und ihre Klangwelt. Schließlich gilt Ukrainisch hinter Italienisch als die zweitmelodischste Sprache der Welt. Nachdem die Neugier endgültig geweckt war, erhielten die Besucher*innen interessante Einblicke in die Geschichte und Kultur der Ukraine sowie in die aktuellen politischen Herausforderungen. Dabei erwähnte Frau Stetsenko, die in der Ukraine als Lehrerin gearbeitet hat, auch die historische Entwicklung und die Struktur der ukrainischen Sprache, inklusive der vielen Schwierigkeiten, die diese Sprache im Laufe der Geschichte zu bewältigen hatte. Die ukrainische Sprache gibt es bereits seit dem 13. Jahrhundert. Dennoch galt sie lange als minderwertig und kämpft bis heute um ihre Existenz und Unabhängigkeit.
Nach dem kurzen Theorie-Teil starteten Frau Rebrova und Frau Kyslukhina mit den praktischen Übungen. Die Teilnehmerinnen hatten die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen und die gelernten Wörter gleich gemeinsam in der Gruppe zu üben. Dafür wurde zunächst die korrekte Aussprache von Namen geübt, um ein authentisches Sprachgefühl zu entwickeln. Anschließend wurden Begrüßungsformen wie „Hallo“, „Guten Tag“ oder „Bis bald“ vorgestellt und geübt. Weiter ging es mit alltäglichen Smalltalk-Phrasen, dazu zählten beispielsweise „Wie geht’s?“, „Wie heißen Sie?“ oder „Mein Name ist...“. Hierzu stellten sich die Teilnehmerinnen des Schnupperkurses gegenseitig vor und konnten so das Gelernte gleich festigen. Anschließend wurde das Thema „Nettes Beisammensein“ behandelt, dazu zählten Ausdrücke wie „Guten Appetit“, „Danke“ und „Willkommen“. Ebenso lernten die Teilnehmer*innen typische ukrainische Gerichte und deren kulturelle Bedeutung kennen. Zum Schluss gingen die Ukrainerinnen noch einmal auf beliebte deutsche, teils fränkische Wörter ein, über die im Deutschunterricht so manches Mal geschmunzelt wurde und für die es teilweise keine richtige Übersetzung gibt, wie zum Beispiel „doch“ oder „bassd scho“. Aufgrund der deutschen Einflüsse in die ukrainische Sprache gibt es allerdings auch Wörter, die in beiden Sprachen die gleiche Bedeutung haben und somit für beide Seiten leichter zu lernen sind. Dazu zählen zum Beispiel „Dach“, „Kreide“ oder „Farbe“.
Insgesamt war der Mini-Schnupperkurs ein voller Erfolg und bot den Teilnehmer*innen eine wunderbare Gelegenheit, in die ukrainische Sprache und Kultur einzutauchen und neue Perspektiven zu gewinnen. Auch die drei Ukrainerinnen Frau Rebrova, Frau Stetsenko und Frau Kyslukhina hatten viel Spaß und freuen sich über eine Fortsetzung des Schnupperkurses.
Mehr Informationen zum Projekt „My Turn“ erhalten Sie über das Kursangebot unserer Website als auch bei der Projektmitarbeiterin Serap Özalp.
Das Projekt „Neue Perspektiven“ wird im Rahmen des ESF Plus-Bundesprogramms „MY TURN“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.